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Drei Vorarbeiter verschiedener Gewerke stimmen vor Ort die Übergabe der nächsten Woche ab.

Last Planner® System (LPS): kollaborative Bauablaufplanung erklärt

Diese Seite beantwortet

  1. 01Was ist das Last Planner® System?Eine Methode des Lean Construction für die Bauablaufplanung: Die Ausführenden sagen selbst zu, was fertig wird.
  2. 02Wie funktioniert das Last Planner® System?In fünf Schritten, von der Prozessanalyse bis zum Rückblick. Vorschau, Wochenplan und Rückblick laufen jede Woche neu.
  3. 03Was ist anders als bei klassischer Terminplanung?Geplant wird von unten nach oben: verbindliche Zusagen der Ausführenden statt vorgegebener Termine.
  4. 04Welche Vorteile hat das LPS?Verlässlichere Terminpläne, weniger Stillstand und Nacharbeit, klarere Kommunikation und eine Lernkurve von Woche zu Woche.
  5. 05Woran erkennt man, ob das LPS wirkt?An der Planerfüllung (PPC, Percent Plan Complete): dem Anteil der zugesagten Aufgaben, die in der Woche erledigt wurden.
  6. 06Wie führt man das LPS ein?Schrittweise: das Team schulen, einen ersten Masterplan aufsetzen, in einem realen Projekt pilotieren.
  7. 07Wie sieht das LPS im Projekt aus?Zwei Projekte, die PLACE begleitet hat, und was sich dort verändert hat.

Was ist das Last Planner® System?

Eine Methode des Lean Construction für die Bauablaufplanung: Die Ausführenden sagen selbst zu, was fertig wird.

Der Name kommt von den „letzten Planern“: den Gewerken vor Ort, die die Arbeit ausführen. Sie sagen selbst zu, was in der nächsten Woche fertig wird, statt einen vorgegebenen Termin abzuarbeiten. Abweichungen werden jede Woche ohne Schuldzuweisung besprochen, so wird jede Runde verlässlicher.

Zwei Menschen ordnen Haftnotizen an einer Glaswand, ein Wochenplan entsteht.

Wie funktioniert das Last Planner® System?

In fünf Schritten, von der Prozessanalyse bis zum Rückblick. Vorschau, Wochenplan und Rückblick laufen jede Woche neu.

Schritte 03 bis 05 laufen jede Woche neu.

Schritt 01

Gesamtprozessanalyse

Durchgängige Prozesskarte im Big Room, dem gemeinsamen Projektraum: Verschwendung, Doppelarbeit und Wartezeiten werden sichtbar.

Was passiert
Alle Beteiligten erstellen gemeinsam eine Prozesskarte, die jede Schnittstelle zeigt.
Wozu
Abläufe sichtbar machen und erkennen, wo Zeit und Kosten verloren gehen.

Was ist anders als bei klassischer Terminplanung?

Geplant wird von unten nach oben: verbindliche Zusagen der Ausführenden statt vorgegebener Termine.

Merkmal
Last Planner® System
Klassische Terminplanung
Wer plant
Die Gewerke vor Ort, die „letzten Planer“, sagen selbst zu.
Der Terminplan wird vorgegeben.
Richtung
Von unten nach oben: verbindliche Zusagen der Ausführenden.
Von oben nach unten.
Planung der Phasen
Pull-Prinzip: Phasen und Meilensteine gemeinsam vom Ziel her.
Termine werden aus dem Gesamtplan abgeleitet.
Abweichungen
Jede Woche Ursachen klären, ohne Schuldzuweisung: das ist Kaizen.
Abweichungen fallen oft erst am Termin auf.

Welche Vorteile hat das LPS?

Verlässlichere Terminpläne, weniger Stillstand und Nacharbeit, klarere Kommunikation und eine Lernkurve von Woche zu Woche.

Vorteil
Nutzen für das Projekt
Verlässliche Terminpläne
Die Planerfüllung (PPC) steigt, Verzögerungen werden seltener.
Kostenkontrolle
Weniger Stillstände und Nacharbeiten entlasten das Budget.
Klare Kommunikation
Plantafeln für alle sichtbar, kurze tägliche Abstimmungen: weniger Konflikte und Reibungsverluste.
Kontinuierliche Verbesserung
Wöchentliche Ursachenanalysen nach dem Kaizen-Prinzip: Das Team lernt von Woche zu Woche dazu.

Woran erkennt man, ob das LPS wirkt?

An der Planerfüllung (PPC, Percent Plan Complete): dem Anteil der zugesagten Aufgaben, die in der Woche erledigt wurden.

Planerfüllung (PPC)=erledigte Zusagen der Wochealle Zusagen der Woche× 100 %

Selbst ausrechnen

Zusagen der Woche24
davon erledigt18
Planerfüllung75 %

Die 6 offenen Zusagen gehen mit ihrem Grund in den Rückblick der Woche.

Kennzahlen und Werkzeuge

Planerfüllung (PPC)

Planerfüllung: die Leitkennzahl, jede Woche neu gemessen.

Im Lean Wiki

Abweichungsgründe

Abweichungsgründe nach Kategorien, Grundlage für Kaizen.

Im Lean Wiki

Make-Ready

Qualitätsfilter für Aufgaben, bevor sie in den Wochenplan gelangen.

Im Lean Wiki

Analog oder digital

Start mit Haftnotizen, später digital mit Werkzeugen wie Yolean, koppla oder Miro.

Wie führt man das LPS ein?

Schrittweise: das Team schulen, einen ersten Masterplan aufsetzen, in einem realen Projekt pilotieren.

  1. Das Team schulen und mit einem Kick-off-Workshop starten
  2. Einen ersten Masterplan mit Meilensteinen erstellen
  3. Schrittweise in realen Projekten pilotieren

Wie lange es dauert, bis das System stabil läuft, hängt von Projekt und Team ab.

Wie sieht das LPS im Projekt aus?

Zwei Projekte, die PLACE begleitet hat, und was sich dort verändert hat.

„Seit wir mit PLACE zusammenarbeiten […], gibt es eine wesentlich koordiniertere Planung. Wir haben wesentlich kürzere Planungszeiten in unseren Projekten […].“

Joachim Hölzel, Geschäftsführer, BANKWITZ beraten planen bauen GmbH

Häufige Fragen

Für wen ist das Last Planner® System geeignet?

Ein Projekt startet, und alle sollen von Anfang an verbindlich zusammen planen.

Wie lange dauert die Einführung?

Schrittweise, Projekt für Projekt. Bis die Planerfüllung stabil ist, vergehen je nach Projekt und Team [OFFEN: typische Dauer aus Projektdaten PLACE].

Kann man LPS mit BIM oder Taktplanung kombinieren?

Ja. Das LPS lässt sich mit BIM, Taktplanung und Integrierter Projektabwicklung (IPA) verbinden; die Ansätze ergänzen sich.

Warum funktioniert das LPS?

Weil die Menschen zusagen, die die Arbeit ausführen. Hindernisse werden vorher geklärt, und die Planerfüllung zeigt jede Woche, wie verlässlich geplant wurde.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Last Planner® System ist eine Lean-Construction-Methode für die Bauablaufplanung.
  • Geplant wird von unten nach oben: Die Gewerke sagen selbst zu, was in der nächsten Woche fertig wird.
  • Fünf Schritte wiederholen sich: Prozessanalyse, Phasenplan, Sechs-Wochen-Vorschau, Wochenplan, Rückblick.
  • Die Planerfüllung (PPC) zeigt jede Woche, wie verlässlich die Zusagen waren.
  • Abweichungen werden ohne Schuldzuweisung analysiert; so wird jede Woche verlässlicher.

Begriffe aus diesem Artikel

PPC (Percent Plan Complete)
Anteil der zugesagten Aufgaben, die in der Woche erledigt wurden; deutsch Planerfüllung.
Make-Ready
Qualitätsfilter: Eine Aufgabe kommt erst in den Wochenplan, wenn Material, Informationen und Genehmigungen bereit sind.
Sechs-Wochen-Vorschau
Rollierender Blick auf die nächsten 42 Tage, in dem Hindernisse gelöst werden, bevor sie den Ablauf stören.
Wochenarbeitsplan
Verbindliche Zusagen aller Gewerke für die nächsten fünf bis sieben Tage.
Abweichungsgründe
Abweichungsanalyse: kategorisierte Gründe, warum eine Zusage nicht erfüllt wurde (englisch Variance Reasons). Grundlage für Kaizen.
Pull-Planung
Planung vom Ziel her: Was muss fertig sein, damit der nächste Schritt beginnen kann?
Alle Begriffe im Lean Wiki

Vom Wissen in die Praxis

Quellen und Literatur

  1. Ballard, G., & Howell, G. (2003). Lean project management. Building Research & Information, 31(2), 119-133.
  2. Koskela, L., & Ballard, G. (2006). Should project management be based on theories of economics or production? Building Research & Information, 34(2), 154-163.
  3. Ballard, G. (2000). The Last Planner System of Production Control. Dissertation, University of Birmingham.

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