Elektrifizierung: die Zukunft der Baubranche?
Seit Tesla 2008 mit dem Roadster sein erstes elektrisches Serienfahrzeug auf die Straße brachte, ist viel passiert. VW, BMW und Mercedes drängen auf den Markt, und aus China kommt mit BYD ein starker Konkurrent.
Auch immer mehr Kommunen setzen im Nahverkehr auf Elektrobusse. Die Fortschritte der Elektromobilität sind deutlich sichtbar.
Warum die Bauwirtschaft in den Blick rückt
Immer mehr Blicke richten sich auf die Bauwirtschaft. Gebäude und Bau verursachen laut UN-Umweltprogramm 38 % der energiebedingten CO₂-Emissionen weltweit, den Betrieb der Gebäude eingerechnet [OFFEN: Bericht und Jahr bestätigen]. In der Region Los Angeles gelten Geländegeräte als zweitgrößte Quelle für Stickoxide, die Luftbehörde setzt deshalb auf elektrische Baumaschinen [OFFEN: Quelle]. Erste Beispiele gibt es auch hier: Der Winterdienst der AWB Köln nutzt einen elektrischen Radlader, den Volvo L25 Electric [OFFEN: Quelle].
Was die Hersteller bisher erreicht haben
Hersteller von Baumaschinen arbeiten seit Jahren an sparsameren Motoren, weniger Treibstoffverbrauch und Telematik. Nach Einschätzung von Volvo Construction Equipment sind bei der Dieseltechnik die meisten Fortschritte erreicht; der nächste Schritt sind elektrische Maschinen.
Woher die Nachfrage kommt
Auch Bauherren schreiben Nachhaltigkeit zunehmend in ihre Projektvorgaben, und die Anforderungen dürften weiter steigen.
Ladeinfrastruktur und Ladekapazität bleiben die Schlüsselfrage
Elektromobilität auf die Baustelle zu bringen, ist eine Herausforderung. Wie beim Pkw fehlt vor allem eine Ladeinfrastruktur, und Baumaschinen arbeiten oft gerade dort, wo diese erst entsteht.
Volvo bietet in einigen Regionen den Bagger ECR25 Electric und den Radlader L25 Electric an. Beide laden an einer haushaltsüblichen Steckdose [OFFEN: Spannung für Deutschland bestätigen] und mit Schnellladung in wenigen Stunden fast voll.
Was die Ladeinfrastruktur noch bremst
Die größte Hürde der Elektromobilität auf der Baustelle ist das Laden. Baustellen arbeiten unter Zeitdruck, oft fast ohne Pause. Volvo Construction Equipment hat darum mit kleinen Maschinen begonnen: Kompaktbagger und Radlader für leichtere Arbeiten, deren Batterien einen typischen Arbeitstag durchhalten. Als Nächstes kommen mittelgroße und große Maschinen, etwa der Prototyp des 22 Tonnen schweren Elektrobaggers EC230. Offen bleibt der schnelle Ausbau der Ladeinfrastruktur.
Vorteile gehen weit über die CO₂-Emissionen hinaus
Schlechte Luft und dauerhafter Lärm belasten die Arbeit auf Baustellen. Arbeitgeber müssen die Gesundheit ihrer Beschäftigten schützen, und hier kann die Elektrifizierung viel bewirken. Die Wirkung reicht über die Baustelle hinaus: Leise und emissionsfreie Maschinen lassen sich auch dort einsetzen, wo Baumaschinen bisher kaum möglich waren, etwa in Innenräumen, in Obstplantagen oder in Fischzuchtanlagen.
Die Auswirkungen auf Klimaschutz und Gesellschaft dürften erheblich sein. Die Bauwirtschaft gehört zu den größten Verursachern von Treibhausgasen und ist gefordert, nachhaltiger zu arbeiten. Was Lean Construction dazu beiträgt, zeigt unser Beitrag „Nachhaltig Bauen im Jahr 2023“.