Lean Wiki · Begriff
Pull-Prinzip
Verbesserung der Produktivität
Definition
Das Pull-Prinzip ist ein Lean-Prinzip, nach dem eine Arbeit erst beginnt, wenn der nächste Schritt sie braucht. Pull heißt ziehen: Der Bedarf zieht die Arbeit, statt dass ein Plan sie in den Ablauf schiebt, englisch Push. Auf der Baustelle planen die Gewerke dafür vom Ziel her und übergeben fertige Abschnitte, wenn das Folgegewerk bereit ist.
Einordnung
Pull-Prinzip im Bau
Pull ist das Gegenstück zum Push. Es ist das vierte Lean-Prinzip und die Grundlage der Pull-Planung im Last Planner® System.
Push und Pull
Push: Ein zentraler Terminplan gibt vor, wann welches Gewerk dran ist. Pull: Die Gewerke planen die kommenden Wochen gemeinsam und aus der Ausführung heraus.
Artikel Lean Construction vs. klassisches Projektmanagement
Wie setzt man das Pull-Prinzip im Bau um?
- KundenorientierungWas der Bauherr und das nächste Gewerk brauchen, bestimmt, was als Nächstes gebaut wird.
- Bedarfsorientierte PlanungDie Gewerke planen nach dem tatsächlichen Bedarf auf der Baustelle, nicht nach einem starren Gesamtplan.
- Dezentrale EntscheidungsfindungWer die Arbeit ausführt, entscheidet über ihren Ablauf mit. So reagiert das Team schneller auf Änderungen.
- Kontinuierliche VerbesserungJede Übergabe zeigt, wo der Ablauf noch stockt. Das Team nutzt das für die nächste Verbesserung.
Welche Vorteile hat das Pull-Prinzip im Bau?
- Höhere KundenzufriedenheitDas Team baut, was wirklich gebraucht wird. Das erhöht die Zufriedenheit beim Bauherrn.
- Kürzere DurchlaufzeitenWeniger Warten zwischen den Gewerken verkürzt die Durchlaufzeit.
- Geringere KostenWeniger Lager, Warten und Nacharbeit senken die Kosten im Projekt.
- Verbesserte FlexibilitätWeil das Team in kurzen Abschnitten plant, kann es Änderungen im Projektverlauf früh aufnehmen.
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